Wir steh'n auf (Mitterndorf)

Das Lied über Mitterndorf an der Fischa.

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Liedtext

Wir steh'n auf (Mitterndorf)

1. Strophe

An der Fischa bist du gelegen
und rundherum sind Felder weit.
Von Katharina hast du den Segen,
du schöner Ort in Niederösterreich.

Refrain (nach jeder Strophe)

Hier sind wir gerne,
denn hier schlägt das Herz.
Und zusammen halten wir!
Wir steh'n auf, wir steh'n auf, wir steh'n auf!
(3x klatschen)
Wir steh'n auf Mitterndorf.

2. Strophe

In deinem Wappen, da kann man lesen,
die Cavriani war'n die Herrn.
Und viele Menschen lebten vom Weben,
doch all das ist schon ziemlich lange her.

3. Strophe

Im Ersten Weltkrieg, als Bomben fielen,
Baracken stelltest du bereit.
Aus dem Trentino mussten sie fliehen,
du nahmst sie auf in dieser schweren Zeit.

4. Strophe

Heute bist du am Puls der Zeiten,
Vereine, Feuerwehr und Sport.
Auch ein Kultursaal und Wirtschaftstreiben
gehör'n zu dir, das gibt es hier im Ort.

5. Strophe

Den Maibaum aufstell'n und Sonnwendlichter,
der Nikolaus bringt was vorbei.
Feste und Brauchtum, viele Gesichter!
Gibt's was zu feiern, ist Mitterndorf dabei!

Geschichte von Mitterndorf an der Fischa

Mitterndorf an der Fischa wurde im Jahre 1160 als "mittendorf" erstmals urkundlich erwähnt, wo ein gewisser Luitpold als Grundherr genannt wird.

Die Gründung dieser Siedlung geht vermutlich auf die Babenberger zurück. In den folgenden Jahrhunderten ist Mitterndorf abwechselnd verödet, ausgestorben oder verwüstet worden. Die Besitzer der Herrschaft wechselten anfangs häufig.

Der Topograph Franz Schweickhardt vermutet im Jahr 1831, dass der Name dem Ort deshalb gegeben wurde, "weil solcher mitten in einer großen Fläche liegt, und von allen Seiten von Dörfern, so zu sagen, eingeschlossen ist."

1325 wurde von den Herrschaftsinhabern eine Kapelle gestiftet, zuerst als Filialkirche der Pfarre Unterwaltersdorf, ab 1407 als eigene Pfarrkirche. 1505 wurde Mitterndorf samt Pfarre wieder in die Herrschaft Unterwaltersdorf eingegliedert.

Von 1613 bis zur Aufhebung der Grundherrschaft 1848 war Mitterndorf in Besitz des Adelsgeschlechts der Cavriani. Benannt nach dem Schloss der Familie Cavriani in Unterwaltersdorf bekommt Mitterndorf den Beinamen "Schöngrabern", um die herrschaftliche Zugehörigkeit Mitterndorfs zu dokumentieren. Das schwarz-silberne Familienwappen der Cavriani bildet heute noch den Hintergrund des Wappens von Mitterndorf.

1773 wird Mitterndorf wieder eine eigenständige Pfarre. Die der Hl. Katharina geweihte Kirche wird grundlegend erneuert und bekommt ihr heutiges Aussehen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung des Ortes mit der Errichtung einer Damast-Weberei an der Fischa. In den 1990er Jahren werden die letzten Fabriken endgültig geschlossen.

1871 wird die Bahnlinie von Gramatneusiedl nach Wiener Neustadt und der auf der Strecke liegende Bahnhof Mitterndorf-Moosbrunn als Teil der "Pottendorfer Linie" eröffnet.

Im Ersten Weltkrieg werden in Mitterndorf in einer stillgelegten Fabrik Kriegsflüchtlinge untergebracht. In den folgenden Monaten wird ein Barackenlager errichtet, in dem vorübergehend bis zu 13.000 Menschen - vorwiegend aus dem italienischsprachigen Welschtirol (Trentino) - untergebracht werden. 1919 wird das Barackenlager wieder aufgelassen.

1917 bekommt der Ort den offiziellen Namen "Mitterndorf an der Fischa".

1938 wird die Stadt Wien unter dem Namen "Groß-Wien" bis an die Gemeindegrenze von Mitterndorf vergrößert. Die Nachbargemeinden Moosbrunn und Gramatneusiedl sind bis 1945 Teile des neu gegründeten 23. Bezirk von Wien.

Ende der 1930er-Jahre entsteht der Ortsteil Neu-Mitterndorf.

1943 stoßen bei einem Übungsflug zwei Doppeldecker über Mitterndorf zusammen und stürzen auf die Trafik. Es gibt mehrere Tote.

1982 wird Mitterndorf an der Fischa ein eigenes Wappen verliehen: "Ein dreimal von Silber auf Schwarz schrägrechts geteilter Schild, belegt mit einer goldenen Binde, die ein schwarzes Weberschiffchen trägt."

1998 entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs des Barackenlagers eine Gedenkstätte.

2011 wird das Gemeindezentrum direkt neben der Kirche - bestehend aus Gemeindeamt, Kultursaal, Arztpraxis und Café Trentino - errichtet.

Der in den letzten Jahren in nordöstlicher und südwestlicher Richtung deutlich erweiterte Ort hat mit Stand 2019 rund 2700 Einwohner und präsentiert sich heute als moderner und trotzdem ländlich geprägter Ort vor den Toren Wiens.

Zusammengefasst von Michael Dufek
Hauptsächliche Quelle: Informationen von Arnold Krizsanits
Stand: Juni 2019

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Medieninhaber: Michael Dufek, m.dufek@gmx.at

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